TikTok-Rezepte importieren und wiederfinden
Sie fügen den TikTok-Link in Cookfolio ein und bekommen ein echtes Rezept zurück: eine nummerierte Zutatenliste und Schritte, die Sie beim Kochen lesen können, statt ein Video, das Sie mit nassen Händen zurückspulen müssen. Die App liest zuerst die Bildunterschrift und wertet das Video selbst aus, wenn die Bildunterschrift nicht ausreicht. Das Ergebnis prüfen Sie, bevor etwas gespeichert wird. Fünf Importe sind kostenlos, danach kostet Pro 4,99 € im Monat.
Warum gespeicherte TikToks nie gekocht werden
Der Favoriten-Tab wird zum Friedhof. Zweihundert Videos, keine Titel, keine Zutatenliste, keine Möglichkeit, nach “dem Hähnchen mit der Erdnusssoße” zu suchen. Um 18 Uhr in der Küche scrollen Sie vier Minuten und geben auf.
Dahinter stecken drei konkrete Probleme. Erstens ist ein Video kein durchsuchbarer Text: Nichts in Ihren Favoriten lässt sich nach Zutat oder Gericht finden. Zweitens lässt sich aus einem Video nicht kochen, ohne ständig zu pausieren und zurückzuspulen, mit einer fettigen Hand am Telefon. Drittens kann das Video verschwinden: Der Creator löscht es, stellt das Konto auf privat, oder das Konto wird gesperrt. Ihr gespeichertes Rezept geht dann mit. Genau das spricht dafür, den Inhalt herauszuholen, statt nur einen Zeiger darauf abzulegen.
Der Denkfehler liegt im Ziel. Es geht nicht darum, das Video zu speichern, sondern das Rezept daraus in eine Liste zu bekommen, die Ihnen gehört.
Ein TikTok-Video importieren, Schritt für Schritt
Öffnen Sie Cookfolio, tippen Sie auf die Schaltfläche ”+”, wählen Sie “Aus Link importieren”, fügen Sie die TikTok-URL ein, warten Sie kurz, prüfen Sie das Ergebnis und speichern Sie.
Akzeptiert werden tiktok.com, www.tiktok.com und m.tiktok.com sowie die Kurzlinks vm.tiktok.com und vt.tiktok.com, die beim Teilen in der TikTok-App entstehen und automatisch aufgelöst werden. Sie tippen in TikTok also einfach auf Teilen, dann auf Link kopieren, und fügen ein, ohne Tracking-Parameter zu entfernen.
Zur Dauer: Reicht die Bildunterschrift, geht es fast sofort. Muss das Video ausgewertet werden, dauert es ein bis zwei Minuten. Das Titelbild des Beitrags wird heruntergeladen und als Rezeptfoto vorgeschlagen.
Wichtig: Das extrahierte Rezept wird Ihnen immer in einem bearbeitbaren Formular gezeigt, bevor etwas gespeichert wird. Nichts landet ungefragt in Ihrer Sammlung. Cookfolio läuft im Web, auf iOS und auf Android. Die Oberfläche gibt es in sechs Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch), und die KI liest das Video in jeder Sprache, die der Creator spricht.
Erst die Bildunterschrift, dann das Video
Es gibt zwei Wege, die nacheinander probiert werden.
Weg eins ist die Bildunterschrift. Viele Creator schreiben die vollständige Zutatenliste mit Mengen in die Beschreibung, weil es unmöglich ist, “180 g Mehl” in einem 30-Sekunden-Schnitt zu diktieren. Cookfolio liest sie zuerst. Ergibt sie ein vollständiges Rezept, also eine echte Zutatenliste und echte Schritte statt eines Zweizeilers, ist genau das Ihr Ergebnis.
Weg zwei ist das Video. Ist die Bildunterschrift nur eine Hashtag-Wolke, eine Aufhängerzeile oder leer, wertet die App das Video selbst aus, Bild und Ton, mit der Beschreibung als zusätzlichem Kontext. So werden notierte Mengen mit den Handgriffen kombiniert, die auf dem Bildschirm zu sehen sind.
Warum das für Sie zählt: Der Weg über die Bildunterschrift ist schneller und bei Mengen genauer, weil dort Zahlen stehen statt gesprochener Näherungen. Der Weg über das Video rettet die Beiträge, bei denen die Bildunterschrift nichts hergibt. Eine App, die nur Bildunterschriften liest, scheitert dort stillschweigend. Wie das bei anderen Quellen aussieht, steht im Überblick zum KI-Import und seiner Funktionsweise.
Wo es nicht funktioniert, und was es kostet
Videos über 10 Minuten werden abgelehnt. Für TikTok ist das großzügig, längere Uploads fallen heraus.
Private Konten, gelöschte Videos und alles, was nicht mehr öffentlich ausgeliefert wird, können nicht gelesen werden. Dafür gibt es keinen Umweg, und genau deshalb ist das gespeicherte Rezept mehr wert als der gespeicherte Link.
Foto-Karussells, also “Foto”-Beiträge, enthalten kein Video. Steht das vollständige Rezept in der Bildunterschrift, klappt der Import über den Textweg. Steht es dort nicht, schlägt er fehl. Der Ausweg: die Bildunterschrift kopieren und als Textimport verwenden, oder die Folien abfotografieren und als Bilder importieren.
Jetzt die Geldfrage: Ein fehlgeschlagener Import verbraucht nie einen Ihrer 5 kostenlosen Importe. Das Guthaben wird erst abgezogen, wenn tatsächlich ein Rezept entstanden ist. Dazu gehört ehrlicherweise die zweite Grenze: Die Gratisversion umfasst 5 Rezepte. Ist die Sammlung voll, sind weitere Importe blockiert, egal wie viele Credits übrig sind. Zwischen zwei Importen liegen außerdem ein paar Sekunden, und es gibt eine Tagesobergrenze, die bei normaler Nutzung niemand erreicht.
Immer gegenlesen: TikTok-Rezepte sind naturgemäß ungefähr
Die KI ist nicht das schwache Glied, die Quelle ist es. Kochinhalte auf TikTok sind auf Verweildauer optimiert, nicht auf Reproduzierbarkeit. Mengen heißen “ein guter Schuss Öl”, “eine Handvoll Parmesan”, “eine Packung”. Ein schneller Schnitt verbirgt eine Ruhezeit oder das Vorheizen. Die Portionszahl wird fast nie genannt, die Ofentemperatur oft übersprungen, zwei Zutaten landen in derselben halben Sekunde Montage im Topf. Die Extraktion kann also nur so genau sein wie das Video. Ergänzt oder errät wird nichts.
Fünf Punkte, die Sie im Prüfformular vor dem Speichern durchgehen sollten:
- Portionszahl kontrollieren. Sie ist die Basis jeder späteren Mengenanpassung.
- Zutaten ohne Menge suchen. Meist die, die nur gezeigt und nicht genannt wurden.
- Vorbereitungs- und Kochzeit prüfen. Vorhanden und plausibel?
- Den letzten Schritt lesen. Enden werden gern abgeschnitten.
- Notieren, was der Creator vorausgesetzt hat: Pfannengröße, Ofentemperatur, Ruhezeit.
Der praktische Gewinn: Drei Felder zu korrigieren dauert zwanzig Sekunden, und Sie müssen dieses Video nie wieder ansehen. Ist die Portionszahl eingetragen, rechnet eine spätere Änderung alle Mengen proportional um, gerundet auf 0,1. Zutaten ohne Zahlenwert bleiben unverändert. Ein zweiter Grund, die Mengen gleich zu korrigieren.
Was die App behält und was nicht
Die Videodatei selbst wird nicht gespeichert. Sie wird nur für die Dauer der Auswertung in den Arbeitsspeicher geladen, an die KI geschickt und verworfen, sie landet weder in Ihrer Sammlung noch dauerhaft auf den Servern.
Gespeichert werden der Rezepttext aus der Extraktion und das Titelbild des Beitrags, das als Vorschlag für Ihr Rezeptfoto gehostet wird, genau wie ein YouTube-Vorschaubild. Ersetzen können Sie es jederzeit durch ein eigenes Foto. Das Rezept liegt in Ihrer Sammlung und ist so bearbeitbar wie jedes selbst getippte. Teilen lässt es sich als Weblink; einen PDF- oder Excel-Export gibt es nicht. Eine Einschränkung sei offen genannt: Cookfolio hat keinen Offline-Modus, für den Import und für das Öffnen Ihrer Rezepte brauchen Sie eine Internetverbindung. Gehostet wird in Europa.
Nach dem Import: vom gespeicherten Video zum gekochten Essen
Der Kochmodus zeigt Schritt für Schritt im Vollbild, der Bildschirm bleibt an und sperrt sich nicht mitten im Rezept, Zeitangaben in den Schritten werden automatisch als Timer erkannt, und die Zutatenliste lässt sich abhaken. Genau das kann ein Video nicht leisten. Eine Sprachsteuerung gibt es nicht.
Beim Planen arbeiten Sie mit der ISO-Woche von Montag bis Sonntag, ein Plan pro Woche. Ein bereits eingeplantes Essen können Sie auf einen anderen Tag ziehen; ein Rezept aus dem Katalog auf einen Tag zu ziehen ist nicht vorgesehen. Mittag- und Abendessen werden nicht unterschieden, Freitexteinträge wie Restaurant oder Reste sind möglich.
Die Einkaufsliste entsteht ausschließlich aus den geplanten Essen. Doppelte Einträge werden automatisch zusammengefasst, auch über kompatible Einheiten hinweg (ml/cl/l, g/kg). Eigene Artikel von Hand hinzufügen, nach Regal gruppieren oder umsortieren: nichts davon gibt es.
Zu den Tarifen, exakt: Gratis sind 5 Rezepte und 5 KI-Importe auf Lebenszeit über alle Quellen hinweg, ein Blog- oder Pinterest-Import verbraucht also ebenfalls ein Guthaben. Pro kostet 4,99 € im Monat oder 39,99 € im Jahr für unbegrenzte Rezepte und Importe. Family kostet 6,99 € im Monat oder 59,99 € im Jahr für bis zu 4 Konten, die Rezepte, Planung und Einkaufsliste in Echtzeit teilen; jedes Mitglied behält das eigene Konto und den eigenen Login.
Für Instagram gilt dasselbe Prinzip, nachzulesen im Beitrag zum Rezeptimport aus Instagram; die Wege im Vergleich stehen in der Übersicht der Apps zum Speichern von Instagram- und TikTok-Rezepten.
Darum geht es beim Importieren: Sie finden das Rezept in sechs Monaten über seinen Namen wieder, ohne wissen zu müssen, ob es das Video noch gibt.
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