Handschriftliche Familienrezepte digitalisieren

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Legen Sie jede Karte flach hin, mit Streiflicht von der Seite, auf einfarbigem Untergrund, und füllen Sie das Bild ganz mit der Seite aus. Genau das macht blasse Tinte lesbar. Cookfolio transkribiert danach wörtlich: nichts wird übersetzt, nichts umformuliert, und was das Modell nicht sicher entziffert, bleibt leer statt geraten. “Ein Glas Milch” bleibt stehen. Vor dem Speichern lesen Sie jedes Feld gegen, und ein Foto des Originalzettels dürfen Sie als Rezeptbild behalten.

Was Sie eigentlich retten wollen

Für das allgemeine Rezeptchaos gibt es den Vergleich der fünf Digitalisierungsmethoden. Hier geht es um den heikleren Fall: fleckige Karteikarten, Spiralhefte, annotierte Zeitschriftenausschnitte, verblasste Kugelschreibertinte, Bleistiftnotizen, viermal gefaltete Zettel im Kochbuch.

Wer solche Rezepte “sauber” abtippt, verliert das Eigentliche: die ungenauen Mengen, die Formulierungen (“Sie werden schon sehen”, “so wie Mama es gemacht hat”), die Randbemerkungen, die eigenwillige Schreibweise, die Spur einer Hand.

Vorab lohnt eine halbe Stunde Inventur. Sortieren Sie nach Person und Quelle, und behalten Sie abweichende Fassungen desselben Gerichts als getrennte Rezepte, statt eine Mischfassung daraus zu bauen. Das Papier wird danach nicht entsorgt: Die digitale Fassung ist eine Sicherheitskopie, kein Ersatz.

Verblasste Handschrift so fotografieren, dass die KI sie lesen kann

Streiflicht von der Seite. Flaches Licht wirft einen Schatten in die Furche, die der Stift ins Papier gedrückt hat, und lässt blasse Tinte hervortreten. Nie den Blitz von vorn: der plättet den Kontrast und brennt glänzendes Papier aus.

Flach und parallel. Aus schrägem Winkel verzerrt die Perspektive die Zeilen, am Seitenrand gehen Wörter verloren. Ein kontrastierender Untergrund, helle Karte auf dunkler Arbeitsplatte, hält die Kanten sauber.

Das Bild mit der Seite füllen. Der wichtigste Punkt: Jedes Bild wird vor der Analyse auf maximal 2048 px an der längsten Kante gebracht. Eine aus der Distanz fotografierte Doppelseite hat danach zu wenige Pixel auf der Schrift. Also ein Rezept pro Foto, eng gerahmt. Über 2048 px hinaus zu zielen bringt nichts, das Foto aus der App wird beim Auslösen bewusst nicht komprimiert.

Grenzen. JPEG, PNG und WEBP bis 10 MB, PDF und Word (DOCX) bis 20 MB, Text (TXT) bis 5 MB.

Bei Handschrift schlägt das Foto das PDF. Ein PDF wird über seine Textebene ausgewertet, und nur die erste Seite wird zusätzlich als Bild gerendert, mit rund 108 DPI. Ein gescanntes Sammel-PDF verliert also alles ab Seite zwei, ein handschriftlicher Scan ohne Textebene liefert nur eine grobe Vorschau. Bei Word wird der reine Text gelesen, ein eingefügtes Bild ignoriert. Also: fotografieren, eine Datei pro Rezept.

Was die KI tut, und was sie bewusst unterlässt

Das Modell arbeitet als Abschreiber, nicht als Koch. Es übernimmt nur, was dasteht, erfindet keine Zutat und ergänzt keinen selbstverständlichen Schritt: kein “Backofen vorheizen”, wenn die Karte davon nichts sagt. Fehlende Zubereitungszeit, Garzeit oder Kalorien werden nie geschätzt, das Feld bleibt im Zweifel leer. Übersetzt wird nie: Eine französische Karte bleibt französisch, samt Titel, Zutaten und Schritten.

Normalisiert werden nur die Einheiten, auf eine feste Liste: g, kg, ml, cl, dl, L, tsp, tbsp, cup, fl oz, oz, lb, piece, pinch, clove, slice, sprig, handful. Aus “EL” wird tbsp, aus “TL” wird tsp. Das ist Einheitennormalisierung, keine Umschrift des Textes. Zeigt das Foto kein Rezept, scheitert der Import sauber statt zu raten.

Gespeichert wird nichts direkt: Ein Prüfbildschirm zeigt jedes Feld editierbar, gesichert wird erst nach Ihrer Bestätigung. Verschnörkelte Schrift, verwischter Bleistift oder ein Fettfleck über der Zutatenliste können durchaus zu einer lückenhaften Transkription führen. Lesen Sie Zeile für Zeile gegen. Kostenlos sind 5 Rezepte und 5 KI-Importe auf Lebenszeit, quellenübergreifend; eine Datei ist ein Import. Für ein echtes Digitalisierungsprojekt ist Pro (4,99 €/Monat oder 39,99 €/Jahr) die realistische Variante.

”Ein Glas Milch” und “backen, bis es goldbraun ist”

Eine Zutat ohne Zahlenwert bleibt unverändert, auch wenn Sie die Portionszahl ändern: Umgerechnet werden ausschließlich numerische Mengen, gerundet auf eine Nachkommastelle. “Ein Stich Butter” ohne Zahl stehen zu lassen ist also kein Mangel, sondern die sichere Variante.

Schreiben Sie den Originalwortlaut in den NAMEN der Zutat (“Butter, ein guter Stich”, “Milch, ein Wasserglas voll”) und lassen Sie die Menge leer, statt 25 g zu erfinden. Eine Entsprechung gehört in die Notizen, nicht über den Wortlaut. pinch, piece, clove, slice, sprig und handful gibt es als Einheiten, umrechnen lassen sie sich in nichts. Die Grenze ist ohnehin hart, wie im Text zum Anpassen der Portionszahl: Volumen nur in Volumen, Masse nur in Masse. Ein Glas oder eine Cup in Gramm umzurechnen geht in der App nicht, das hängt von der Dichte der Zutat ab.

Die Timer im Kochmodus werden im TEXT der Schritte erkannt und brauchen eine Zahl plus Zeiteinheit. “1h30”, “15 Min.” und “20 Minuten” ergeben einen Timer. “Backen, bis es goldbraun ist”, ein ausgeschriebenes “eine halbe Stunde” oder “1,5 Stunden” ergeben keinen, denn Dezimalzahlen und Brüche werden absichtlich ignoriert. Schreiben Sie “bis es goldbraun ist” deshalb nicht in “12 Min.” um: Wollen Sie einen Timer, hängen Sie dem Schritt einen zweiten, bezifferten Satz an.

Die Stimme bewahren, nicht nur die Daten

Unverändert bleiben sollten der Tonfall und die Reihenfolge der Handgriffe, die Hausnamen der Gerichte (“Tante Maries Kuchen”, nicht “Joghurtkuchen”) und die häuslichen Maße, das Senfglas, die Kaffeetasse.

Für alles, was nicht in die Struktur passt, gibt es Felder: die Beschreibung für den Kontext (“seit 1974 an jedem 15. August auf dem Tisch”), die Notizen für Herkunft und Varianten (“Heft von Renate, 1978; sie nahm immer etwas mehr Butter als angegeben”), Zwischenüberschriften für die Gliederung des Originals, wenn die Karte selbst in Teile zerfällt. Datieren und belegen Sie beim Erfassen, solange das Dokument vor Ihnen liegt.

Zur Versuchung, zu “korrigieren”: Zwei abweichende Fassungen sind mehr wert als eine willkürliche Synthese, ein offensichtlicher Fehler (250 statt 25) gehört in eine Notiz. Für die Ordnung sind Tags da, und ein eigener Tag kann die Herkunft tragen, ohne den Rezepttext anzufassen.

Ein Foto des Originals als Rezeptbild

Beim Foto-Import gibt der Prüfbildschirm Zugriff auf das vollständige Quellbild: Sie können es zuschneiden und als Rezeptfoto behalten. Enthält die Karte kein Bild des fertigen Gerichts, schlägt der Bildplatz genau diesen Zuschnitt vor, so bleibt der handgeschriebene Zettel mit sichtbarer Schrift die Illustration. Ersetzen und Entfernen geht hier ebenfalls. Ein echtes Foto des Gerichts in der Quelle kann erkannt und vorgeschlagen werden, austauschbar bleibt es trotzdem.

Die ehrliche Grenze: Ein Rezept trägt genau EIN Bild, Sie entscheiden sich also zwischen Dokument und Gericht. Bei handschriftlichen Karten ist die Schrift das Erbstück, dort gehört das Dokument ins Bildfeld, und das Rohfoto in voller Auflösung behalten Sie zusätzlich in Ihrer Fotomediathek. Ein Rezept über zwei Karten fotografieren Sie am besten in einer Aufnahme, eng gerahmt: Ein Import verarbeitet nur eine Datei und kostet ein Guthaben.

Weitergeben, und was “gesichert” wirklich bedeutet

Im Haushalt öffnet der Family-Plan (6,99 €/Monat oder 59,99 €/Jahr) einen geteilten Bereich für bis zu 4 Konten: Rezepte, Wochenplan und Einkaufsliste gemeinsam und in Echtzeit, jede Person mit eigenem Konto. Beim Beitritt wählen Sie selbst aus, welche persönlichen Rezepte kopiert werden, mit Dublettenprüfung. Gelöscht wird nichts, sie werden beiseitegelegt und kommen zurück, wenn Sie die Familie verlassen. Alles Weitere in der Anleitung zu Cookfolio Family.

Außerhalb des Haushalts läuft das Weitergeben über einen Weblink. Wer ihn erhält, kann das Rezept ins eigene Konto übernehmen: Das zählt auf dessen Limit von 5 Gratis-Rezepten, verbraucht aber kein KI-Import-Guthaben.

Zur Sicherung, präzise: Die Rezepte liegen auf Servern in Europa und werden zwischen Web, iOS und Android synchronisiert. In den Einstellungen gibt es einen Export Ihrer Daten im JSON-Format. Genau das ist es, ein Export persönlicher Daten, keine wiederherstellbare Sicherungsdatei: ohne Fotos und nicht zum Wiedereinlesen gedacht. Also: das Papier behalten, die Originalfotos bei sich behalten, die Rezepte in der App für den Alltag. Einen Offline-Modus gibt es nicht, eine Internetverbindung ist nötig.

Am Ende zählt der Gebrauch: das Rezept sonntags in drei Sekunden wiederfinden, den Kochmodus bildschirmfüllend öffnen, das Display bleibt an, die Hände im Mehl.

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