Pinterest-Pin in ein echtes Rezept verwandeln
Ein Pinterest-Pin enthält kein Rezept. Er enthält ein Foto, einen Titel, eine Beschreibung und einen ausgehenden Link auf die Seite, auf der das Rezept tatsächlich steht. Genau daran hält sich der Import in Cookfolio: Sie fügen die URL des Pins ein, die App folgt dem Link bis zur Rezeptseite und liest diese Seite aus. Die Konsequenz sagen wir gleich vorweg, damit Sie nicht rätseln: Ein Pin ohne ausgehenden Link, oder mit totem Link, lässt sich nicht importieren.
Ein Pin ist ein Bild mit einem Link
Der “Besuchen”-Button auf einem Pin ist nicht Dekoration, er ist der eigentliche Inhalt. Das Rezept liegt am anderen Ende, auf einem Blog oder einer Kochseite. Der Pin selbst ist nur der Zeiger darauf.
Daraus ergibt sich das bekannte Muster: Man pinnt “für später”, die Pinnwand wächst, und wenn abends tatsächlich gekocht werden soll, geht es los mit Pinterest öffnen, den Pin wiederfinden, tippen, warten bis der Blog geladen hat, und dann an Werbebannern und der Familiengeschichte vorbeiscrollen, bis endlich die Zutatenliste kommt. Für einen einzelnen Abend ist das lästig. Über Jahre gesammelt wird es zum eigenen Problem.
Denn eine Pinnwand altert. Bei mehreren Hundert Pins, die über Jahre zusammengekommen sind, sind zwangsläufig tote Links dabei: Der Blog wurde eingestellt, die URL wurde umgestellt, der Artikel wurde gelöscht. Dazwischen liegen rein dekorative Pins, die auf gar nichts Verwertbares zeigen, weil sie nur ein hübsches Foto waren.
Damit steht der Satz, um den sich der ganze Rest dreht: Einen Pin zu importieren heißt nicht, das Bild des Pins zu lesen, sondern zur Quelle zurückzugehen. Das ist keine Kritik an Pinterest. Zum Entdecken und Inspirieren funktioniert Pinterest ausgezeichnet. Nur ist eine Pinnwand eben kein Kochbuch.
Was beim Import tatsächlich passiert
Der Ablauf auf Ihrer Seite ist kurz: Cookfolio öffnen, auf ”+” tippen, um ein Rezept anzulegen, den Import über einen Link wählen, die URL des Pins einfügen, das Ergebnis durchsehen, speichern.
Akzeptiert werden pinterest.com, die Länder-Varianten wie pinterest.de, pinterest.fr oder pinterest.co.uk, die mobilen Subdomains (m.pinterest.*) und die Kurzlinks pin.it. Ein pin.it-Link wird zuerst zu seiner vollständigen pinterest.com-Adresse aufgelöst, bevor überhaupt etwas gelesen wird.
Dahinter passiert Folgendes, ohne Fachjargon: Die App öffnet die Seite des Pins und sucht dort die Adresse der Quellseite, also das Ziel des “Besuchen”-Buttons. Auf diese Adresse wendet sie danach exakt dieselbe Verarbeitung an wie bei einem ganz normalen Import über einen Web-Link. Auf der Quellseite liest sie zuerst die strukturierten Rezeptdaten aus, die die meisten Kochseiten in ihrem Seitencode mitliefern, und schaltet erst dann auf die KI um, wenn diese Daten fehlen oder unbrauchbar sind. Wie diese zweistufige Lesart funktioniert, steht ausführlicher in unserer Erklärung zum KI-Import.
Während das läuft, zeigt die App genau an, wo sie gerade steht: “Quelle des Pins wird gesucht…”. Es dauert einige Sekunden, kein Vergleich mit einem Video, das erst angesehen werden muss.
Wichtig, weil es oft anders angenommen wird: Das Ergebnis wird nie direkt gespeichert. Die Extraktion wird Ihnen immer zur Durchsicht und Korrektur vorgelegt, und erst Ihr Tippen auf Speichern legt das Rezept an.
Die Pins, die sich nicht importieren lassen
Hier ohne Beschönigung, es sind drei Fälle.
Pin ohne ausgehenden Link. Ein reines Bild, direkt auf Pinterest veröffentlicht, ohne Seite dahinter. Es gibt schlicht nichts zu folgen. Die App zeigt eine klare Fehlermeldung, statt sich ein Rezept auszudenken. Das ist bewusst so entschieden: Eine ehrliche Absage ist besser als ein ungefähres Rezept, das beim Kochen auffliegt.
Toter Link. Der Pin zeigt zwar auf eine Seite, aber die Seite existiert nicht mehr. Die App sagt es deutlich: “Die Seite konnte nicht erreicht werden. Überprüfen Sie den Link oder versuchen Sie es später erneut.” Das ist bei alten Pins der mit Abstand häufigste Fall.
Ziel ist keine Rezeptseite. Der Link führt auf die Startseite eines Blogs, auf einen Sammelartikel der Sorte “30 Dessert-Ideen” oder auf Inhalte hinter einer Anmeldepflicht. Es gibt dort kein einzelnes Rezept zum Herausziehen.
Dazu ein Grenzfall, der regelmäßig ausprobiert wird: Die URL einer Pinnwand oder eines Profils einzufügen funktioniert nicht. Importiert wird immer ein Pin nach dem anderen.
Wenn es nicht klappt, sind die Auswege dieselben, die auch die App vorschlägt: das Originalrezept suchen und dessen Link direkt einfügen, einen Screenshot machen und ihn als Foto importieren, oder den Rezepttext kopieren und einfügen.
Sortieren Sie beim Importieren, nicht vorher
Es gibt keinen Massenimport einer Pinterest-Pinnwand, und das ist gut so. Wer 300 Pins in eine App schiebt, hat danach ein genauso unübersichtliches Rezeptbuch wie vorher die Pinnwand. Der Umzug löst kein Ordnungsproblem, er verschiebt es nur.
Praktikabler ist eine schlichte Regel: Pinnwand öffnen, sich eine einzige Frage stellen, nämlich “Würde ich das im nächsten Monat wirklich kochen?”, und nur die 10 bis 20 Pins importieren, die diesen Filter überstehen. Zum schnellen Aussortieren hilft ein Test, den man mit einem Fingertipp macht: Öffnet der Pin beim Antippen eine echte Kochseite, ist er importierbar. Bleibt er auf Pinterest, ist er es nicht.
Eine technische Grenze gehört ehrlich dazu: Zwischen zwei Importen liegen rund 5 Sekunden Wartezeit, und die technische Obergrenze liegt bei 100 Importen pro Tag. Das Abkippen einer ganzen Pinnwand wäre also ohnehin unrealistisch. Ein Massenimport existiert nur für Sammlungen, die aus Paprika (.paprikarecipes) oder Mela (.melarecipes) exportiert wurden, und er ist den kostenpflichtigen Tarifen vorbehalten. Als Hintertür für Pinterest taugt er nicht.
Der Gewinn liegt am Ende woanders: Ein Buch mit 20 Rezepten, die gekocht werden, schlägt eine Pinnwand mit 300 Pins, die nie wieder geöffnet wird. Wie sich so eine Sammlung dauerhaft sortiert halten lässt, behandelt der Artikel über das Organisieren digitaler Rezepte.
Was nach dem Import aus dem Pin geworden ist
Das Rezept kommt strukturiert an: Titel, Beschreibung, Zutaten, Schritte, Vorbereitungs- und Garzeit, Portionen und vorgeschlagene Tags. Auf dem Prüfbildschirm lässt sich alles korrigieren, bevor gespeichert wird. Genau hier entfernt man eine Zutat, die versehentlich mitgelesen wurde, oder ergänzt einen Schritt, der schlecht getrennt wurde.
Ein Detail, das oft überrascht: Das gespeicherte Foto stammt von der Original-Rezeptseite, nicht vom Bild des Pins. Es wird neu kodiert und auf bis zu 1200 Pixel verkleinert, bevor es abgelegt wird.
Danach verhält sich das Rezept wie jedes andere. Die Portionen lassen sich anpassen, die Mengen werden proportional neu gerechnet und auf 0,1 gerundet, eine Zutat ohne Zahlenangabe bleibt unverändert stehen, und Einheiten werden nur innerhalb derselben Art umgerechnet, also Volumen zu Volumen oder Masse zu Masse. Der Wochenplan läuft von Montag bis Sonntag. Die Einkaufsliste entsteht aus den geplanten Mahlzeiten, doppelte Zutaten werden automatisch zusammengeführt. Und der Kochmodus zeigt das Rezept bildschirmfüllend Schritt für Schritt, hält den Bildschirm wach und erkennt Zeitangaben im Text der Schritte als Timer.
Tarife, Import-Guthaben und was ein fehlgeschlagener Pin kostet
Kostenlos: 5 Rezepte und 5 KI-Importe auf Lebenszeit, über alle Quellen zusammengerechnet. Ein Pinterest-Import verbraucht ein Guthaben wie ein Foto oder ein Video, auch wenn technisch am Ende eine Webseite gelesen wird. Es gibt keine “kostenlose” Quelle.
Eine beruhigende Präzisierung: Das Guthaben wird nur bei Erfolg abgezogen. Ein Pin ohne ausgehenden Link oder mit totem Link kostet Sie keinen Ihrer 5 kostenlosen Importe. Sie warten lediglich die paar Sekunden ab, bevor Sie den nächsten versuchen.
Pro kostet 4,99 € pro Monat oder 39,99 € pro Jahr, mit unbegrenzten Rezepten und Importen. Family kostet 6,99 € pro Monat oder 59,99 € pro Jahr für bis zu 4 Konten, mit Rezepten, Wochenplan und Einkaufsliste in Echtzeit geteilt, wobei jedes Mitglied sein eigenes Konto und seinen eigenen Login behält. Das ist dann interessant, wenn in Ihrem Haushalt mehrere Personen jeweils für sich pinnen.
Zur Einordnung: Cookfolio läuft im Web, auf iOS und auf Android, in sechs Sprachen (Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Polnisch). Ein Rezept wird über einen Weblink geteilt. Einen Offline-Modus gibt es nicht, eine Internetverbindung ist nötig.
Der vernünftige Einstieg ist also nicht die ganze Pinnwand, sondern 5 gut ausgewählte Pins.
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