YouTube-Rezept importieren, ohne mitzuschreiben
Sie kopieren den Link des Videos und fügen ihn in Cookfolio ein. Die KI sieht sich das Video selbst an, Bild und Tonspur, und macht daraus ein strukturiertes Rezept: Zutaten, Mengen, Arbeitsschritte. Sie lesen das Ergebnis gegen, bevor Sie es speichern. Das Rezept muss dafür nirgendwo ausgeschrieben stehen. Funktioniert bei öffentlichen Videos unter 30 Minuten, Shorts eingeschlossen. Rechnen Sie mit ein bis zwei Minuten.
Warum ein YouTube-Rezept nie in Ihren Notizen landet
Das Grundproblem ist nicht Ihre Faulheit, sondern das Format. Ein Kochvideo ist gesprochen, nicht geschrieben. Es gibt schlicht keinen Text, den Sie markieren und kopieren könnten.
Unangenehmer ist der zweite Fall: manche Mengen werden nie ausgesprochen, sondern nur gezeigt. Die Hand, die Öl in die Pfanne gießt. Die Schüssel, die in den Topf gekippt wird. Wer das nachkochen will, muss schätzen.
Und selbst die Mengen, die genannt werden, rauschen in drei Sekunden vorbei. “200 Gramm Mehl, drei Eier, 80 Gramm Butter” ist ein Satz, den niemand beim ersten Hören vollständig mitschreibt. Also pausieren Sie, spulen zurück, pausieren wieder. Zehnmal hintereinander.
Am nächsten Tag finden Sie das Video im Verlauf wieder, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass Sie es erneut durchsehen müssen, nur um herauszufinden, wie viel Mehl es noch einmal war.
So importieren Sie ein YouTube-Video
Öffnen Sie Cookfolio, tippen Sie auf den ”+” Button, wählen Sie “Aus Link importieren” und fügen Sie die URL ein. Dann warten, gegenlesen, speichern.
Bei den Adressformaten ist die App großzügig. Akzeptiert werden youtube.com/watch?v=…, youtu.be/…, youtube.com/shorts/… und youtube.com/embed/…, ebenso die Hosts m.youtube.com und music.youtube.com. Shorts funktionieren also ganz normal. Auch ein Link mit Zeitstempel (&t=125s) oder mit den Parametern aus der Teilen-Funktion (?si=…) ist kein Hindernis: die App zieht sich die Video-Kennung selbst heraus.
Eine Sache geht nicht: der Link einer Playlist (youtube.com/playlist?list=…). Sie brauchen die Adresse eines konkreten Videos.
Zur Dauer eine ehrliche Angabe: die App zeigt “Video wird angesehen…” und kündigt ein bis zwei Minuten an. Das trifft es auch.
Das Vorschaubild des Videos wird automatisch heruntergeladen und Ihnen auf dem Prüfbildschirm als Rezeptfoto vorgeschlagen. Sie können es behalten, zuschneiden oder durch ein eigenes Foto ersetzen.
Wichtig, und das gilt für jede Importquelle: das Ergebnis wird nie direkt gespeichert. Es läuft immer über einen Prüfbildschirm, auf dem Sie jedes Feld ändern können.
Was die KI ansieht, und was sie nie liest
Die App sucht nicht irgendwo im Netz nach einem Rezepttext. Sie analysiert das Video selbst, Bild und Tonspur zugleich. Genau deshalb lässt sich eine Menge erfassen, die nur laut gesagt und nie eingeblendet wird, und genauso eine Zutat, die stumm auf die Arbeitsplatte gestellt wird. Eingeblendete Texte werden ebenfalls gelesen: Banner, Untertitel, Zutatenlisten im Vorspann. Wie das grundsätzlich abläuft, steht im Beitrag zum KI-Import.
Eine Grenze sollten Sie kennen: bei YouTube wird die Videobeschreibung unterhalb des Players nicht an die KI übergeben. Bei TikTok oder Instagram wird der Beitragstext vorrangig ausgewertet, bei YouTube zählt ausschließlich das Video. Wenn ein Kanal seine Mengen also nur in der Beschreibung auflistet und sie nie ausspricht, gibt es zwei einfache Auswege: den Beschreibungstext kopieren und als Text importieren, oder, falls die Beschreibung auf einen Blog verweist, gleich diesen Link einfügen.
Zweiter Punkt, der oft überrascht: die KI übersetzt nicht. Ein amerikanisches Video ergibt ein englisches Rezept, ein italienisches Video ein italienisches, unabhängig davon, in welcher Sprache Ihre App läuft.
Dritter Punkt: die KI ist Mitschreiberin, nicht Köchin. Fehlt eine Angabe oder ist sie mehrdeutig, lässt sie das Feld leer, statt eine plausibel klingende Menge zu erfinden. Das ist so gewollt und erklärt die Lücken, die Ihnen beim Gegenlesen auffallen.
Welche Videos funktionieren, welche abgelehnt werden
Über 30 Minuten geht nicht. Der Import wird mit einer klaren Meldung abgelehnt (“Videos über 30 Minuten werden nicht unterstützt”). Damit fallen Livestreams, Aufzeichnungen und Masterclasses raus.
Private, nicht gelistete, gelöschte oder nicht existierende Videos werden bereits vor der Analyse abgewiesen (“Dieses Video ist privat oder nicht verfügbar”).
Videos, die kein Rezept sind, also Vlogs, Restaurantbesuche, Musikclips, erkennt die KI und meldet das verständlich zurück.
Dabei gilt: ein fehlgeschlagener Import wird nicht von Ihren 5 Gratis-Importen abgezogen. Der Zähler steigt ausschließlich dann, wenn tatsächlich ein Rezept extrahiert wurde.
Zwei technische Bremsen laufen unauffällig mit: zwischen zwei Importen müssen ein paar Sekunden vergehen, und pro Tag sind insgesamt 100 Importe möglich. Eine normale Nutzung kommt dieser Grenze nie nahe.
Eine Stolperfalle im Gratistarif noch: kostenlos sind 5 Rezepte und 5 Importe auf Lebenszeit. Enthält Ihr Buch bereits 5 Rezepte, wird der Import blockiert, auch wenn rechnerisch noch Importe übrig wären.
Was Sie vor dem Speichern prüfen sollten
Diese Reihenfolge hat sich bewährt.
1. Schnell genannte Mengen. Wenn “200 Mehl, 3 Eier, 80 Butter” in zwei Sekunden durchläuft, entstehen genau dort die Zahlendreher. Gehen Sie diese Zeilen einzeln gegen das Video durch.
2. Zutaten, die gezeigt, aber nie benannt wurden. Gießt jemand eine bernsteinfarbene Flüssigkeit ein, ohne sie zu nennen, kann die KI nicht wissen, ob es Honig oder Ahornsirup ist. Eine fehlende Zutat in der Liste ist meistens eine Zutat, die nie ausgesprochen wurde.
3. Mengen ohne Zahl. Wer salzt, ohne zu messen, hinterlässt ein leeres Mengenfeld. Cookfolio kennt “Prise”, “Handvoll”, “Zehe”, “Zweig” und “Scheibe” als eigenständige Einheiten. Ohne Zahl davor werden sie allerdings nicht mitgerechnet, wenn Sie später die Portionen anpassen. Tragen Sie eine Zahl ein, wenn die Menge mitwachsen soll.
4. Temperaturen in Fahrenheit. Amerikanische Kanäle sagen “350 degrees”. Der Schritttext wird unverändert übernommen, die App rechnet Temperaturen nicht um, in keine Richtung. Aus 350 °F machen Sie beim Gegenlesen selbst 180 °C.
5. Portionen sowie Vorbereitungs- und Kochzeit. Diese Felder bleiben leer, wenn das Video sie nicht nennt. Die Portionsangabe lohnt sich von Hand, denn sie ist die Rechengrundlage für jede spätere Mengenanpassung.
6. Cups. Angaben englischsprachiger Kanäle bleiben stehen, wie sie sind. Ein Volumen lässt sich in ein anderes Volumen umrechnen, eine Cup aber nie in Gramm. Warum das so ist, erklärt der Beitrag zur Umrechnung von Cups in Gramm.
Videos wählen, die sich gut importieren lassen
Ihre Trefferquote hängt stark vom Video ab. Drei Anzeichen für einen guten Kandidaten: die Person nennt ihre Mengen laut, statt schweigend einzugießen. Das Video blendet die Zutatenliste ein, der beste Fall überhaupt, weil eingeblendete Texte mitgelesen werden. Und das Format ist kurz und folgt dem Rezept von Anfang bis Ende.
Schlechte Ergebnisse liefern dagegen: stumme Videos mit Musikuntermalung, ästhetische Zeitlupenmontagen ohne Kommentar, Zusammenstellungen der Art “5 Rezepte in 10 Minuten”, bei denen nur ein Rezept herauskommt, und Videos, deren Angaben ausschließlich in der Beschreibung stehen.
Ein Tipp für Kanäle, die parallel einen Blog betreiben: nehmen Sie den Blog-Link. Die Auswertung einer Rezeptseite ist zuverlässiger als die eines Videos. Ein Import vom Kontingent ist es trotzdem, denn alle Quellen zählen gleich.
Wenn das Rezept gespeichert ist
Im Kochmodus gehen Sie Schritt für Schritt im Vollbild vor, der Bildschirm bleibt an, und Zeitangaben in den Schritten werden zu antippbaren Timern: “25 Minuten ruhen lassen” ergibt einen 25-Minuten-Timer, in allen 6 Sprachen. Eine Sprachsteuerung gibt es nicht.
Im Wochenplan legen Sie das Rezept auf einen Tag von Montag bis Sonntag, ohne Unterscheidung zwischen Mittag- und Abendessen.
Die Einkaufsliste entsteht ausschließlich aus den eingeplanten Mahlzeiten und fasst Dopplungen zusammen, auch über verwandte Einheiten hinweg: aus 500 ml und 1 l wird eine einzige Zeile. Eine Sortierung nach Supermarktregalen oder das Hinzufügen freier Artikel ist nicht vorgesehen.
Geteilt wird per Weblink. Einen PDF- oder Excel-Export gibt es nicht.
Zu den Tarifen: kostenlos sind 5 Rezepte und 5 KI-Importe auf Lebenszeit, quellenübergreifend. Pro kostet 4,99 €/Monat oder 39,99 €/Jahr, mit unbegrenzten Rezepten und Importen. Family kostet 6,99 €/Monat oder 59,99 €/Jahr für bis zu 4 Konten, mit Rezepten, Wochenplan und Einkaufsliste in Echtzeit gemeinsam, wobei jedes Mitglied sein eigenes Konto behält. Verfügbar im Web, auf iOS und Android, in 6 Sprachen. Eine Internetverbindung ist erforderlich, einen Offline-Modus gibt es nicht.
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